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TIZÓN, ein schwarzer Pointertraum braucht ein warmes Plätzchen

Dieses Häufchen Elend haben unsere nordspanischen Kollegen Tizón genannt, was so viel wie "pechschwarz" bedeutet. Der hübsche Kerl wurde vermutlich von seinem Jäger ausgesetzt, weil er nicht wie gewünscht "funktionierte". Offenbar hat ihn sein Jäger ziemlich grob behandelt, denn Tizón ist Menschen gegenüber sehr scheu und ängstlich.

 

Streichelnde Hände kennt Tizón nicht, aber unsere spanischen Kollegen sind kreativ und locken ihn mit Leberwurst ein wenig aus der Reserve 😉

 

Allerdings ist das ein erster, vorsichtiger Anfang. Tizón kennt nichts außer das Zwingerleben, die Jagd und die grobe Behandlung durch seinen Jäger. Er glaubt derzeit nicht, dass er uns Zweibeinern vertrauen kann. Auch im Außenbereich des Refugiums möchte er am liebsten flüchten, wenn er nur gefilmt werden soll. Du armer, hübscher Bube, was hat man dir nur angetan?

 

Mit anderen Hunden kommt Tizón gut zurecht und zeigt ein ganz normales Verhalten im Umgang mit ihnen.

 

Was braucht Tizón am Nötigsten? Auf jeden Fall ein warmes Plätzchen vor dem Winter, denn der ist auch in Nordspanien ziemlich kalt - und das dünne Pointerfell schützt eher wenig.

So ängstlich wie Tizón ist, braucht er unbedingt liebevolle, erfahrene Menschen, die ihn behutsam und in ganz kleinen Schritten an sein neues Leben gewöhnen. Tizón wird alles lernen müssen, er ist vermutlich nicht stubenrein, weil er das einfach nicht kennt und wird bei jedem unbekannten Geräusch zusammen zucken. Neben liebevollen Menschen braucht Tizón allerdings unbedingt vierpfotige Unterstützung und so suchen wir für ihn ein Zuhause oder auch zunächst eine Pflegestelle mit einem freundlichen, souveränen Ersthund, der das ängstliche Pointerchen an die Pfote nimmt und ihm zeigt, wie er am besten mit uns Zweibeinern umgeht und gefahrlos durch sein neues Leben kommt.

Die Videos beschreiben den Zustand von Tizón besser, als es unsere Worte können. Dieser Hund braucht Pointerliebhaber, die mit viel Geduld mit ihm daran arbeiten, seine Ängste abzulegen. Wir verstehen darunter Menschen, die diese Rasse und ihre Bedürfnisse kennen und lieben. Also Menschen, die bei Wind und Wetter mit ihren Hunden draußen unterwegs sind, den Jagdtrieb zu händeln wissen und auch gelassen bleiben, wenn es mit der Stubenreinheit nicht gleich klappt. Wenn das alles auf Sie zutrifft, freuen wir uns auf Ihre Nachricht.

 

 

13.12.2020

 

Tizon ist heute auf seiner Pflegestelle eingetroffen.

Wir werden weiter über ihn berichten.

06.03.21

Unseren schwarze Perle Tizon haben wir aus einer spanischen Perrera gerettet. Tizon ist ein wunderschöner schwarzer Pointer, aber auch ein ausgeprägter Angsthund. Seit Dezember lebt er auf einer Pflegestelle in Sachsen. Dort wird er liebevoll und mit viel Geduld auf sein neues Leben in einem endgültigen Zuhause vorbereitet. Mittlerweile hat er schon gute Fortschritte gemacht, aber es ist noch ein langer Weg zu einem entspannten Hundeleben, der weiterhin sehr viel Zeit und Geduld beanspruchen wird.

Anfangs ließ Tizon sich nicht anfassen und war nicht dazu zu bewegen durch Türrahmen zu gehen, die Angst war sein ständiger Begleiter und oft fror er einfach ein, schaltete quasi ab. Aber ganz ganz langsam macht(e) er kleine Sprünge nach vorne, lässt sich mittlerweile anleinen, auch schon mal berühren und geht immer öfter selbständig durch die Haustür. Während die Spaziergänge anfänglich oft aus wenigen Metern und dem Bestaunen der vielen fremden Sachen und Personen bestanden, läuft er zwischenzeitlich schon ganz gut an der Schleppleine. Zu seinem Pflegefrauchen hat er langsam eine schon fast vertrauensvolle Beziehung aufgebaut, auch wenn er immer noch oft auf Abstand bedacht ist. Das Training mit ihm bestand und besteht nach wie vor aus vielen kleinen Schritten und noch oft folgen auf einen Schritt nach vorn, zwei zurück.

Das tolle Rudel der Pflegestelle ist eine große Hilfe bei Tizons Integration in ein Leben mit dem Menschen. Denn Tizon liebt und braucht Hunde! Es ist eine Freude zu sehen, wie sozial er mit ihnen ist! Im Spiel mit ihnen zeigt er, wie fröhlich und ausgelassen und fast welpenhaft verspielt er sein kann. Er orientiert sich sehr schön an ihnen. Insbesondere die beiden jungen, verspielten und gut sozialisierten Irish Wolfshunddamen helfen tüchtig mit Tizon aufzutauen und ihm zu zeigen, dass man mit Menschen durchaus nett und vertrauensvoll zusammen leben kann ;-).

Denn Menschen sind Tizons eigentliches Problem. Insbesondere Männer haben einen schweren Stand bei ihm und nach Möglichkeit geht er ihnen im großen Bogen aus dem Weg. Kinder kann er überhaupt nicht einordnen und reagiert panisch auf sie. Zu alldem ist Tizon als Pointer natürlich auch mit einer Portion Jagdtrieb ausgestattet, der sich noch weiter entwickeln wird, je sicherer er im Umgang mit Menschen wird.

Tizon hat noch eine langen Weg vor sich. Menschen, die ihm ein neues Zuhause schenken möchten, sollten vor allem eines haben: Endlose Geduld! Weitere Voraussetzungen sind ein ländliches Zuhause, mindestens ein sehr souveräner und gern noch verspielter Ersthund, ein hundesicher eingezäuntes Grundstück und ein möglichst strukturierter Alltag, in dem Tizon nur wenig alleinbleiben muss. Gegen einen Frauenhaushalt hätte unsere schwarze Perle sicher auch nichts einzuwenden. Auch sollte man sich im klaren darüber sein, dass Tizon ein junger und aktiver Jagdhund ist, der rassegemäß ausgelastet und beschäftigt werden muss.

Tizon braucht niemanden, der sagt, die Probleme überwinden wir, sondern jemanden der Freude an einer (wahrscheinlich lebenslangen) Aufgabe hat!

Wenn Sie sich dieser Aufgabe stellen wollen, dann melden Sie sich bitte gerne bei uns!

 

Tizons Pflegestelle hat uns einen neuen Bericht geschickt:

Tizon hat sich, seit er in der Pflegestelle ist, hervorragend entwickelt. Wenn er anfangs nur langsam Fortschritte machte, geht es jetzt immer schneller.

Auf Spaziergängen zeigt er gegenüber fremden Menschen kaum noch Angst, sondern sucht sogar neugierig Kontakt. Nur Kinder sind ihm immer noch suspekt. Wenn er jedoch mit genug Abstand beobachten darf, bleibt die Leine locker. Wenn er nicht in den Kontakt gezwungen wird, wird er auch hier noch Fortschritte machen. Nur ein Haushalt mit Kindern kommt nicht in Frage.

Spaziergänge liebt er sehr. Wenn er genug Möglichkeit zum Schnüffeln und Beobachten bekommt, läuft er auch schon ganz manierlich an der Leine. Häufigere, dafür kürzere Spaziergänge tun ihm gut, da ihn die vielen Eindrücke manchmal noch überfordern. Wer dafür ein gutes Gespür hat, wird mit Tizon einen dankbaren Begleiter haben.

Tizon setzt gern die Nase ein – sicher sind Suchspiele eine tolle Beschäftigung für ihn. Er trägt hier immerzu Spielzeuge umher – gewiss kann man ihn mit Apportierspielen gut beschäftigen. Seine Lauffreude macht ihn später bestimmt auch zu einem guten Begleiter beim Joggen.

Im Garten wird Tizon zum Clown – ob allein oder mit den anderen Hunden kaspert er herum und bringt uns oft zum Lachen.

Seiner Bezugsperson gegenüber zeigt er inzwischen großes Vertrauen und Anhänglichkeit. Er kuschelt sich gern an „seinen“ Menschen. Alleinbleiben findet er ziemlich blöd, mit den anderen Hunden zusammen jedoch klappt auch das immer besser.

Eine gewisse Vorsicht und Schreckhaftigkeit wird ihn sicher immer begleiten, er wird kein cooler Großstadthund. In ländlicher Umgebung jedoch wird er bei einem Menschen, der ihm die nötige Geduld, Zeit und Sicherheit gibt, ein treuer Begleiter werden.

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Tizon hat sich in den vergangenen Monaten gut in der Pflegestelle eingelebt.

Er liebt es, mit den anderen Hunden im Garten zu toben, freut sich auf seine Spaziergänge im Wald und holt sich wie eine Katze seinen Streicheleinheiten dann ab, wenn er es mag. Draußen begegnet er fremden Menschen zwar noch zurückhaltend, aber neugierig und ohne Angst. Jogger, Radfahrer, Walker usw. – alles kein Problem. Selbst am Kindergarten geht er inzwischen ohne Panik vorbei.
Er läuft auch schon gut an der Leine, solange er keine frische Wildfährte in der Nase hat. Ja, den Jagdhund kann er nicht verleugnen.

Zuhause liebt er feste Abläufe und Rituale, das gibt ihm Sicherheit. Zu seiner Bezugsperson hat er großes Vertrauen aufgebaut. Kommt Besuch, zieht er sich einfach zurück und man bemerkt ihn gar nicht. Mit den anderen Hunden zusammen bleibt er auch schon zeitweilig allein.

Tizon braucht ein Zuhause, in dem er einfach Hund sein darf und keine großen Anforderungen an ihn gestellt werden. Werden in der Pflegestelle die anderen Hunde trainiert, ist er neugierig immer dabei und möchte auch beschäftigt werden und wenn es einfach nur eine Leckerchensuche ist. Darauf lässt sich bestimmt vorsichtig aufbauen.

Da er wahrscheinlich wegen seiner Schreckhaftigkeit und seines Jagdtriebes draußen nicht ableinbar sein wird, sind ein Grundstück und wenigstens ein Artgenosse sehr wichtig für den bewegungsfreudigen Hund.
Seine Bezugsperson(en) sollte(n) ruhige, geduldige Menschen sein, die ihm die nötige Sicherheit geben. Fasst er einmal Vertrauen, möchte er immer in der Nähe seines Menschen sein.

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Tizon hatte ein Fotoshooting und hat uns wunderschöne Bilder geschickt:

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