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PISOLO - schlaues Köpfchen sucht Sicherheit

Pisolo wurde als Welpe in eine Familie vermittelt, bei der er bis vor einigen Wochen gelebt hat. Leider gab es dort aber zunehmend Probleme und Missverständnisse zwischen Mensch und Hund, so dass die Familie sich schweren Herzens entschlossen hat, Pisolo an uns zurückzugeben. Derzeit lebt der kleine Mann nun in einer Trainingspension, in der sein Verhalten beurteilt und mit ihm gearbeitet wird. Pisolo zeigt sich dort als grundsätzlich sehr zugänglicher und menschenfreundlicher Hund, der sehr verschmust ist und den Kontakt zum Menschen genießt. Er kennt die Benimmregeln, kann alleine bleiben und verhält sich im Haus ruhig und macht nichts kaputt. Die gängigen Kommandos beherrscht er in Perfektion.

Allerdings zeigt sich auch, dass Pisolo mit einigen Unsicherheiten zu kämpfen hat. Während ihm Außenreize überhaupt nichts ausmachen, ist er im direkten Kontakt zu Menschen schnell verunsichert und fühlt sich bedroht. Vor dem Anfassen seiner Hinterpfoten zum Beispiel hat er sogar richtig Angst. In solchen Momenten versucht er mittels Körpersprache zu beschwichtigen. Diese Signale wurden vermutlich häufig übersehen, sodass er sich mitunter in solchen Situationen nicht anders zu helfen wusste, als seine Zähne einzusetzen. Derzeit wird intensiv an diesen Unsicherheiten gearbeitet. Im Training zeigt er sich als absoluter Musterschüler. Anderen Hunden gegenüber zeigt er sich in der Pension bislang noch recht ängstlich.

Wir wünschen uns für Pisolo ein ruhiges Umfeld ohne Kinder, in dem seine sensiblen Signale Beachtung finden und ernst genommen werden. Gerne bei aktiven Menschen, die Spaß an langen Spaziergängen und ein Beschäftigung für sein Köpfchen haben, denn das liebt Pisolo sehr. Wir können uns Pisolo zukünftig sowohl in Hundegesellschaft, von dessen Souveränität profitieren kann, als auch als Einzelhund, in der er alle Aufmerksamkeit alleine genießen kann, vorstellen.

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Nach einiger Zeit bei uns im Hundetrainingszentrum können wir von folgenden Fortschritten über unseren Musterschüler Pisolo berichten:

Nach wie vor arbeitet Pisolo ausgesprochen freudig mit dem Menschen zusammen. Das macht sämtliches Training ziemlich einfach. Über die Erfolge gewinnt Pisolo stetig an Selbstsicherheit dazu, sodass sich seine gesamte Konstitution erheblich verbessert hat. Aus einem untergewichtigen und unsicheren Hund mit oft eingeklemmter Rute ist ein aufmerksamer, entspannter Begleiter geworden, der auch körperlich viel besser aussieht.

Anderen Hunden begegnet Pisolo inzwischen nicht mehr unsicher und daraus resultierend abweisend. Inzwischen ist er neuen Hunden gegenüber zwar noch etwas skeptisch, findet sich aber schnell in den Kontakt mit diesen ein und nimmt gut und gerne an den Gruppenspaziergängen und dem Auslauf in der Gruppe der Pension teil.

An der Leinenaggression wurde inzwischen erfolgreich gearbeitet. Der kooperative Pisolo braucht zwar bei Hundebegegnungen noch etwas Unterstützung – bekommt er diese, verlaufen die Begegnungen mustergültig.

Pisolos Leinenführigkeit hat sich erheblich verbessert. Inzwischen geht er perfekt an durchhängender Leine neben seinem Menschen. An der Schleppleine genießt er seine Freizeit und ist mit dem selben Eifer wie beim sonstigen Training sogar beim Anti-Jagdtraining dabei. Trotz des rassetypischen Jagdtriebs ist man mit Pisolo inzwischen keinesfalls mehr mit einem Hund unterwegs, der in die Leine rennen oder die Ohren auf Durchzug schalten würde.

Pisolos „Schwachstelle“ ist derzeit noch das sogenannte Handling. Krallen schneiden, festhalten, drüberbeugen, Ohren kontrollieren, all sowas macht Pisolo noch immer Angst. Auch hier zeigen sich ganz klar Fortschritte: über das Clickertraining – das liebt er sehr! – lernt er langsam, dass das Pfotegeben zum Krallenschneiden ein spaßiger Trick werden kann. Dennoch muss hier mit Pisolo auch langfristig weitergearbeitet und das Training dauerhaft aufrecht gehalten werden.

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Es ist ein neuer Bericht von Pisolo eingetroffen.

Im Moment lebt Pisolo in einer Pension, in der viel mit ihm gearbeitet wird. Dort zeigt er sich als richtiger Musterschüler, hat viel dazugelernt und seine Unsicherheit in Bezug auf Hundebegegnungen, haben sich deutlich gebessert. Andere Hunde braucht er nicht. Bei Hundebegegnungen an der Leine ist Pisolo mittlerweile sehr gut händelbar.

Beim Training lernt Pisolo sehr schnell, ist gut motivierbar. Nach erledigter Arbeit ist spielen mit seiner Hundefreundin auf der Wiese angesagt. Fremden Menschen begegnet Pisolo freundlich und aufgeschlossen.

Es gibt aber auch noch Dinge an denen weiter gearbeitet werden sollte wie z. B. Bürsten, Krallen schneiden oder Pfoten abtrocknen, dies bereitet ihm noch Stress.

Wir suchen für Pisolo erfahrene Menschen ohne Kinder, die dem schlauen Kerl Sicherheit geben und an denen er sich orientieren kann. Ruhe, Geduld und Konsequenz sollten dabei selbstverständlich sein. Pisolo ist ein toller Begleiter für sportliche Menschen, dabei hat er bestimmt Spaß an viel Beschäftigung z. B. Agility oder auch Mantrailing.

Hat Pisolo Ihr Interesse geweckt? Dann freut er sich sehr auf Ihren Besuch!!

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Neue Bilder von Pisolo sind eingetroffen:

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Pisolo hat einen weiteren großen Schritt gemacht er ist nun von der Trainingspension in eine Pflegefamilie mit mehreren Hunden gezogen.

Bericht seiner Pflegefamilie:

Pisolo lebt nun seit zwei Wochen bei uns im Mehrhundehaushalt. Er trägt noch größtenteils Maulkorb, da wir ihn erst einmal genauer kennenlernen wollen.

Was man aber bereits über ihn sagen kann: Pisolo kommuniziert sehr klar, wenn ihm etwas zu distanzlos erscheint.

Gut tut ihm, wenn er ganz beiläufig "mitläuft" und nicht im Mittelpunkt steht. Darum sehen wir ihn auch eher in einem Mehrhundehaushalt bzw. bei einem souveränen Ersthund (oder -hündin). Sein künftiges Für-immer-Zuhause sollte in Hundekommunikation bewandert sein und ihm klare Grenzen setzen. Dann ist er ein ganz fantastischer, intelligenter, sportlicher Hund, der sehr, sehr viele Kommandos beherrscht und eine hohe Motivation mitbringt, denn Pisolo will seinen Menschen gefallen. Wir versuchen uns mit ihm im Zughundesport, hier macht er ganz fabelhaft mit, muss aber weiterhin noch etwas mehr Kondition aufbauen und ein bisschen abspecken. Am Halsband läuft er immer knapp hinter einem bei Fuß - leint man ihm am Geschirr an, so klebt die Nase schnell am Boden, was ihn auch für Mantrailing oder eine ähnliche Beschäftigung qualifiziert.

Kinder sollten bereits im Teenageralter sein und im Umgang mit anspruchsvolleren Hunden und den Ruhebedürfnissen von Hunden vertraut (bei uns leben 3 Kinder).

 

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Pisolo - und warum Tierschutz nicht mit einer Adoption endet.

Wir sind ständig bemüht, transparent zu zeigen, welche Themen mit dem Tierschutz einhergehen. Auch die nicht so einfachen Fälle, die uns sehr beschäftigen, möchten wir realistisch darstellen.

Pisolo ist einer dieser Fälle, der uns auf Trab hält und zeigt, dass Tierschutz und unsere damit verbundene Verantwortung nicht einfach mit einer Adoption endet; und dass ein Happy End für ein Tier manchmal doch noch ein paar Schritte weiter entfernt ist als ursprünglich gehofft. Pisolo ist ein Adoptionsrückläufer, der, wie sich gezeigt hat, Themen mitbringt, für die wir ganz spezielle Adoptanten suchen. 

Manche haben verfolgt wie Pisolo’s Weg bisher verlaufen ist:

Der jetzt ca. 8jährige Mischling kam vor einigen Jahren aus Italien zu einer Familie nach Deutschland. Von seiner Adoptionsfamilie wurde der Rüde nach ein paar Jahren schweren Herzens zurück in die Obhut des Vereins gegeben, da es offensichtlich große Baustellen gab, der sich die Familie nicht gewachsen fühlte. Auch diese Rückgabe ermutigt uns, denn Tier und Mensch verdienen Lebensqualität anstatt gebrochenen Herzens und mit wachsender Frustration aneinander zu scheitern!

In einer Trainingspension wurde der Rüde dann gründlich durchgecheckt und trainiert. Es wurde deutlich, dass viele von Pisolo’s angstbedingten Beschwichtigungssignalen jahrelang übersehen wurden, sodass er sich in manchen Situationen schlimmstenfalls nicht anders zu helfen wusste, als seine Zähne einzusetzen.

Und dann ist da noch Pisolo’s größtes Thema:

Der Mischling sucht sich, egal in welchem Umfeld er lebt, eine Bezugsperson aus. Diese Person ist dann sein absolutes Ein und Alles. Das bedeutet aber leider auch, dass er das auserwählte Familienmitglied sehr schnell als seine Ressource ansieht und sie auch verteidigt. Verlustängste und Kontrollverhalten werden an den Tag gelegt. Ein bisschen wie ein krankhaft eifersüchtiger und besitzergreifender Partner. Pisolo möchte nicht, dass seine Bezugsperson neben ihm noch andere Prioritäten hat. Daher kann für den Mischling auch schon mal der Maulkorb zum Einsatz kommen.

Was suchen wir also für unseren Pisolo?

Zukünftige Adoptanten müssen nicht nur Hundeerfahrung mitbringen, sondern sich darüber im Klaren sein, dass der kleine Italiener einen Favoriten haben wird und dass er versuchen wird diesen Menschen für sich zu beanspruchen.

Das ist verständlicherweise nicht jedermanns Sache, aber für einen nachhaltigen Adoptionserfolg unabdingbar.

Ideal wäre eigentlich eine alleinstehende Person, die schon mit schwierigen Hunden zu tun hatte.

Derzeit lebt Pisolo auf einer Pflegestelle, wo er nicht so wahnsinnig gut mit anderen Hunden auskommt. Auch hier zeichnet sich ab, dass er seine Pflegehalterin gerne für sich alleine hätte. Wir sehen ihn daher als Einzelhund in seinem zukünftigen, idealerweise ländlichen Zuhause, wo er auch hundegerecht gefordert wird, mit körperlicher und geistiger Auslastung. Denn Pisolo ist durchaus sportlich und aktiv.

Wir wissen, dass es sich bei idealen Haltern um eine Nadel im Heuhaufen handelt, aber niemandem ist geholfen, wenn es erneut zu einer Enttäuschung für Mensch und Tier kommt.

Wir wünschen dem Rüden jedenfalls, dass er findet, was er braucht, um glücklich zu werden.

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